Großbritannien verschärft die Kontrolle über den Kryptosektor, und seine neuen Regeln könnten in ganz Europa Wellen schlagen. Ab Januar 2026 müssen alle, die Plattformen wie Coinbase oder Binance nutzen, bei jedem Dienst persönliche Angaben machen – darunter Name, Adresse, Geburtsdatum und Steuer-ID. Wer das nicht tut, riskiert ein Bußgeld von 300 £ pro Plattform, rund 350 €.
Die Maßnahmen fallen unter das Cryptoasset Reporting Framework und sind Teil der verstärkten Bemühungen des britischen Finanzamts HMRC, Steuerhinterziehung mit digitalen Vermögenswerten einzudämmen. Die erhobenen Daten sollen dabei helfen, Personen zu identifizieren, die ihre Gewinne nicht angegeben haben. Krypto-Gewinne unterliegen in Großbritannien der Kapitalertragsteuer, die je nach Einkommen zwischen 18 % und 24 % liegt. Auch Einkünfte aus Mining, Staking oder Zahlungen in Krypto müssen gemeldet werden.
Globaler Druck auf Krypto
Die Regelung betrifft nicht nur einzelne Anleger:innen. Plattformen, die keine korrekten Daten liefern, müssen ebenfalls 300 £ (350 €) pro Nutzer:in zahlen. Laut britischen Behörden soll so eine faire Besteuerung sichergestellt und die Finanzierung öffentlicher Dienste unterstützt werden. HMRC erwartet, durch strengere Regeln bis 2030 rund 370 Mio. € einzunehmen.
Die Ankündigung stößt jedoch auch auf Kritik. Gegner:innen bemängeln, dass das Rahmenwerk Verluste ausklammere, kleine Miner belaste und erhebliche Datenschutzprobleme aufwerfe. Da jede Transaktion mit Name und Ausweis verknüpft wird, stellen manche die Zukunft der dezentralen Finanzen in Großbritannien infrage.
If HMRC devoted as much time and resources to those who legally owe tax (but don't pay) as it does to those who don't owe tax, perhaps the Government finances wouldn't look so bad.
In UK, benefit fraud is a crime, but tax fraud is a sport. pic.twitter.com/wgu1rhxgE2
— Arthur Assendune 🇪🇺💙🇺🇦 (@ArthurAssendune) July 6, 2025
Auch wenn sich die Maßnahmen an britische Steuerzahler richten, sollten Krypto-Halter:innen in Deutschland aufmerksam sein. Da Steuerbehörden weltweit ihre Zusammenarbeit ausbauen und Meldepflichten angleichen, könnten ähnliche Regelungen bald auch in der EU gelten. Die Botschaft ist klar: Krypto ist nicht länger außerhalb des Systems, und die Finanzämter – von London bis Berlin – rücken näher.